Aula-Vertrag Gymnasium Nottuln 1. Der rechtliche Rahmen des Vertrags Die Schulkonferenz verpflichtet sich freiwillig, die Ergebnisse der Schülermitbestimmung über das aula-System mit zu tragen und durch die ihr gewährten Kompetenzen zu unterstützen. Die freiwillige Selbstverpflichtung ist rechtlich nicht bindend. Als Ergebnis der Schülermitbestimmung über aula ist jede Idee zu werten, die als „angenommen“ gilt gemäß Punkt 2 dieses Vertrags. Die Schülervertretung ist weiterhin in vollem Umfang aktiv für die Schülermitbestimmung verantwortlich. Als zusätzlicher Verantwortungsbereich kommen die Durchsetzung des aula-Vertrags und die Unterstützung der Schülerschaft bei ihrer Mitbestimmung durch aula hinzu. 2. Angenommene Ideen Eine Idee gilt als angenommen, wenn die folgenden vier Punkte gemeinsam gelten: a. Die Schulleitung hat sie für „durchführbar“ erklärt b. Die Idee wurde positiv abgestimmt, das heißt: i. Mehr als die Hälfte aller beteiligten SchülerInnen haben ihre Stimme abgegeben ii. Es gab mehr Dafür- als Dagegen-Stimmen c. Die Idee ist nicht konkurrierend zu einer anderen Idee desselben Themas mit mehr positiven Stimmen d. Die Idee wurde von einem Moderator mit einer Medaille markiert 3. Grenzen der Mitbestimmung a. Alle Ideen haben sich grundsätzlich an geltendes Recht zu halten. b. Die Grenzen und Freiheiten der Mitbestimmung unterliegen dem Schulgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (Schulgesetz NRW - SchulG) c. Es werden keine Entscheidungen getroffen, die getroffenen Vereinbarungen mit dem Schulträger oder anderen Institutionen zuwiderlaufen. d. Über die aula-Plattform werden keine Ideen entschieden, die persönlichen Bezug zu jemandem haben. Alle Konflikte und Angelegenheiten einzelner SchülerInnen oder LehrerInnen müssen wie gehabt mit Hilfe der Schülervertretung außerhalb der Plattform gelöst werden. e. Die Personalpolitik der Schule ist kein Gegenstand der Schülerbeteiligung durch aula. f. Schulzeiten dürfen nicht so verkürzt werden, dass sie die Schul- oder Aufsichtspflicht verletzen. g. Sofern nicht extra Gelder von der Schulleitung freigegeben wurden, müssen Ideen kostenneutral sein. Eventuell entstehende Kosten sind durch einen eigenständigen, realistischen Finanzierungsplan in der Idee zu decken. 4. Möglichkeiten der Mitbestimmung Durch das aula-System können Schülerinnen und Schüler Ideen zu verschiedenen Aspekten des schulischen und außerschulischen Lebens entwickeln, über die die Schulkonferenz Entscheidungsgewalt hat. Die folgende Liste ist keine vollständige Aufzählung aller Handlungsspielräume. a. Maßnahmen der Schulwegsicherung, der Schülerbeförderung und der Unfallverhütung in Schulen b. Kooperation der Schule mit den öffentlichen und freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe c. Erlass von Verhaltensregeln für den geordneten Ablauf des äußeren Schulbetriebs (Hausordnung) d. Verwendung der für die Schüler zur freien Verfügung zugewiesenen Haushaltsmittel e. Pausenordnung f. Pausenverpflegung g. Aufstellen von Getränke- und Speiseautomaten h. Unterrichtsinhalte im Rahmen des Bildungsplans des Landesschulgesetzes Nordrhein-Westfalen i. Gestaltung des außerunterrichtlichen Angebots der Schule im Rahmen der an der Schule gegebenen personellen und sächlichen Voraussetzungen j. Zusammenarbeit mit außerschulischen Einrichtungen und Institutionen k. Durchführung besonderer Schulveranstaltungen l. Gründung und Ausgestaltung von Schulpartnerschaften m. Schulinterne Grundsätze für Klassen- und Kursfahrten sowie Wandertage n. Grundsätze für die Betätigung von Schülergruppen in der Schule o. Weitere Angelegenheiten, die innerhalb der Kompetenzen der Schulkonferenz oder der Schülervertretung liegen Weitere Möglichkeiten der Beteiligung sind: p. Einigung auf außerschulische Aktivitäten wie die Teilnahme an Demonstrationen, freiwilligen Einsatz in der Kommune oder die Beteiligung an Wohltätigkeitsprojekten q. Regeln in Klassen r. Einforderung von Transparenz von LehrerInnen, was die Gestaltung von Regeln oder Lehrplänen betrifft s. Planung konkreter Klassenfahrten oder Schulfeste t. Fragen der Ausstattung von Räumen oder Schule u. Änderungen im aula-Prozess an sich 5. Überprüfung von Ideen Die Schulleitung prüft Ideen auf ihre Durchführbarkeit. Wenn eine Idee mit dem Rahmen dieses Vertrags und mit geltendem Recht vereinbar ist, darf die Schulleitung sie zur Abstimmung freigeben. Wenn eine Idee gegen einen der Punkte aus dem Vertrag oder gegen geltendes Recht verstößt oder aus anderen Gründen nicht durchführbar ist, wird sie von der Schulleitung als nicht durchführbar abgelehnt. Die Schulleitung ist in diesem Fall verpflichtet, eine Begründung anzugeben. 6. Nutzung der aula-Plattform a. Moderatoren achten auf die Einhaltung der Regeln auf der Plattform. Sie löschen anstößige Inhalte. Beim erstmaligen Verstoß gegen die Nutzungsrechte wird von den Moderatoren eine Verwarnung ausgesprochen. Die Verwarnung kann mündlich oder schriftlich erfolgen. Beim zweiten Verstoß gegen die Nutzungsrechte wird der Schüler oder die Schülerin für zwei Wochen von der Nutzung der Plattform ausgeschlossen. Bei dreifachem Verstoß wird der Schüler oder die Schülerin von der Beteiligung über die Plattform ausgeschlossen und der Account wird für 6 Monate gesperrt. Um einen Verstoß festzustellen, müssen sich mindestens drei Moderatoren über den potentiellen Verstoß austauschen (6-Augen Prinzip). b. Auf der Plattform werden keine Beleidigungen, diskriminierenden Beiträge oder anderweitig anstößigen Inhalte geschrieben. c. Auf der Plattform werden keine persönlichen Konflikte ausgetragen und keine Personen diskutiert. d. Auf der Plattform werden keine vollständigen Namen von Schülerinnen oder Schülern geschrieben. Benutzernamen (wie maxmus) sind zulässig, oder Abkürzungen des Nachnamens, wie beispielsweise Max M. e. Bei der Wahl des Profilbildes ist darauf zu achten, dass die Rechte für die Bildnutzung gegeben sind. Es sollten darum Bilder mit offenen Lizenzen oder eigene Bilder verwendet werden. Anstößige, beleidigende oder pornografische Inhalte sind streng verboten. f. Verbesserungsvorschläge müssen konstruktiv formuliert sein. Sie dürfen nicht einfach nur eine Abwertung der Idee enthalten, ohne Gründe zu nennen.